LA BREA TAR PITS ZURÜCK IN DIE VERGANGENHEIT!
La Brea Tar Pits: Eine Zeitreise im Herzen von Los Angeles
Die La Brea Tar Pits sind ein echtes Highlight in Los Angeles. Wer an diese Metropole denkt, hat meist sofort ein bestimmtes Bild im Kopf. Man sieht die glitzernden Glasfassaden der Wolkenkratzer in Downtown. Auch die sonnenverwöhnten Strände von Santa Monica gehören dazu. Natürlich darf der legendäre Hollywood Boulevard nicht fehlen. L.A. ist die Stadt der Träume und des ständigen Wandels. Doch mitten in diesem urbanen Dschungel klafft ein Loch in der Zeit. Direkt am belebten Wilshire Boulevard findet man die La Brea Tar Pits. Es ist ein faszinierender Ort voller Geschichte.
Nur wenige Meter abseits der hupenden Autos und der schicken Cafés verbirgt sich ein dunkles, klebriges Geheimnis aus der Urzeit. Die La Brea Tar Pits sind kein gewöhnlicher Park. Es ist ein Ort, an dem die Erde buchstäblich „atmet“ und schwarzen Asphalt an die Oberfläche drückt – so wie sie es schon vor zehntausenden von Jahren tat. Ein Besuch hier ist ein Erlebnis für alle Sinne, das schon auf dem Parkplatz beginnt.
Kurzinfo: Dieser Beitrag wurde kürzlich überarbeitet und mit neuen Eindrücken sowie aktuellen Fotos ergänzt.
La Brea Tar Pits: Schicksal im Asphalt
Steht man vor diesen Ausgrabungsstätten, braucht es kaum Fantasie, um sich das Drama vorzustellen, das sich hier vor Jahrtausenden abspielte. Was heute wie eine statische Museumsstätte wirkt, war einst eine tückische Gefahr für die Tierwelt der Eiszeit. Der Asphalt drückte – und drückt noch immer – durch Risse in der Erdkruste nach oben und bildete flache Tümpel. Diese waren oft mit Blättern oder Regenwasser bedeckt, sodass die Tiere die Gefahr erst bemerkten, wenn es bereits zu spät war.

Diese Aufnahme zeigt sehr eindrucksvoll, wie die Zeit im zähen Asphalt buchstäblich stillsteht. Man erkennt deutlich die Knochen eines prähistorischen Fundes, die noch immer fest im Erdreich umschlossen sind – ein Anblick, der die Dimensionen der Vergangenheit mitten in Los Angeles greifbar macht.
LA BREA TAR PITS: ZURÜCK IN DIE VERGANGENHEIT!
Als wir unserem Enkel von echten Mammut- und Säbelzahntiger-Skeletten in Los Angeles erzählten, war seine Begeisterung sofort riesig. Besonders die Vorstellung, dass man im dazugehörigen Museum sogar dabei zuschauen kann, wie Wissenschaftler die frisch ausgegrabenen Knochen bearbeiten, hat seine Neugier geweckt. Also machten wir uns gemeinsam auf den Weg, um einen Nachmittag in den berühmten La Brea Tar Pits und dem Page Museum zu verbringen.
Schon beim Aussteigen aus dem Auto wehte uns ein ganz spezieller Duft um die Nase. Es roch exakt so, als wäre die Straße direkt neben uns gerade frisch geteert worden. Doch dieser markante Geruch stammte nicht von einer Baustelle, sondern von den natürlichen Asphaltgruben, die auch heute noch mitten im Park vor sich hin blubbern.
Die La Brea Tar Pits im Hancock Park gelten völlig zu Recht als die weltweit bedeutendste Fundstelle für prähistorische Fossilien. Es ist absolut faszinierend: Während um einen herum der dichte Verkehr von L.A. braust, blickt man hier in tiefe, klebrige Gruben, die über vier Millionen Skelettteile konserviert haben. Von gigantischen Mammuts bis hin zu winzigen Insekten – der natürliche Asphalt hat alles perfekt erhalten und bietet uns heute einen einzigartigen Blick auf eine Welt, die längst vergangen ist.

Ein Blick in die blubbernden Asphaltgruben: Hier drückt das ‚schwarze Gold‘ direkt aus der Erde nach oben. Man erkennt deutlich die zähe, klebrige Oberfläche, die über Jahrtausende zur perfekten Zeitkapsel wurde und prähistorische Funde bis heute konserviert.
La Brea Tar Pits – Grube 91: Ein Blick in die Tiefe
Wenn man vor diesen Gruben steht, wie auf dem Bild oben zu sehen, erkennt man erst, wie mühsam die Arbeit der Forscher ist. Der Asphalt drückte – und drückt noch immer – durch Risse in der Erdkruste nach oben. In der Eiszeit bildeten sich so tückische Tümpel, die oft mit Blättern oder Regenwasser bedeckt waren. Die Tiere bemerkten die Gefahr erst, wenn es bereits zu spät war. Sobald ein Bein im klebrigen Teer feststeckte, gab es kein Entkommen mehr.
Was für die Tiere damals eine tragische Falle war, ist für uns heute ein unschätzbares Archiv. Die kleinen Markierungen im Bild zeigen, dass die Ausgrabungen niemals wirklich abgeschlossen sind. Jeden Tag finden die Paläontologen neue winzige Fragmente, die uns mehr über das Klima und das Leben vor 40.000 Jahren verraten. Für unseren Enkel war es das Highlight des Tages, die Archäologen bei dieser „echten“ Arbeit zu beobachten und zu verstehen, dass Geschichte hier nicht nur in Vitrinen stattfindet, sondern direkt unter unseren Füßen weitergeschrieben wird.
Wanderung durch den Park!
Wir begannen unsere Erkundungsreise im weitläufigen Hancock Park. Während man auf den gepflegten Wegen wandert, vergisst man fast, dass man sich mitten in einer Millionenmetropole befindet. Überall grünt es, und die Flora ist typisch für Südkalifornien – robuste Agaven und Palmen säumen die Pfade und bieten einen schönen Kontrast zum dunklen Asphalt der Gruben.
Unser Ziel war die „Lake Pit“, die große Teergrube direkt vor dem Museumseingang. Sie ist wohl das bekannteste Fotomotiv des Parks. Schon von Weitem sahen wir die lebensgroßen Mammut-Statuen, die eine dramatische Szene nachstellen: Ein Mammutvater, der hilflos zusehen muss, wie seine Familie im klebrigen Teer versinkt. Es ist eine herzergreifende Darstellung, die einem sofort vor Augen führt, wie gefährlich dieser Ort für die Giganten der Eiszeit wirklich war.
Der größte Teil dieser blubbernden Grube ist zwar mit einem hohen Zaun geschützt, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten, aber es gibt Abschnitte, wo man hervorragend Fotos machen kann. Wenn man den richtigen Winkel wählt, bekommt man die Mammuts perfekt vor die Linse, ohne dass der Metallzaun das Bild stört. Unser Enkel war völlig fasziniert davon, wie das Methangas im Wasser große Blasen wirft – ein Zeichen dafür, dass die Erde hier auch nach zehntausenden von Jahren noch immer aktiv arbeitet.

Dramatische Szenen am Lake Pit: Die lebensgroßen Mammut-Statuen verdeutlichen, wie unerbittlich die Asphaltfalle für die Giganten der Eiszeit war – ein Bild, das die Tragik der Vergangenheit greifbar macht.
LA BREA TAR PITS: Zwischen Urgewalt und Parkidylle
Man spürt hier eine seltsame Mischung aus Ruhe und einer fast unheimlichen Urgewalt. Es ist dieser Kontrast zwischen der friedlichen Parkidylle und der tödlichen Falle, die direkt unter der Wasseroberfläche lauert, der den Besuch so unvergesslich macht. Wir verbrachten hier viel Zeit, beobachteten das rhythmische Blubbern des Teers und stellten uns vor, wie Los Angeles wohl ausgesehen haben muss, als diese riesigen Kreaturen hier noch wirklich durch die Wildnis zogen. Wo heute die Skyline von L.A. den Horizont dominiert, stampften einst Mammuts durch das Unterholz, immer auf der Hut vor den lauernden Gefahren im Boden.
Besonders für Kinder ist dieser Ort ein fantastischer Lehrmeister. Unser Enkel stand lange am Rand und versuchte zu begreifen, dass das, was wir hier sehen, keine Filmkulisse ist, sondern echte, rohe Naturkraft. Es ist faszinierend zu sehen, wie der Asphalt auch heute noch unaufhörlich nach oben drückt – ein ewiger Kreislauf, der seit der letzten Eiszeit nicht aufgehört hat.
LA BREA TAR PITS: Grube 91: Ein Blick in die Tiefe
Nachdem wir die dramatischen Szenen am Lake Pit auf uns hatten wirken lassen, spazierten wir weiter zur berühmten Grube 91 (Pit 91). Dies ist eine der aktivsten und bekanntesten Ausgrabungsstätten im ganzen Park. Hier wird die wissenschaftliche Arbeit für die Besucher so richtig greifbar. Man blickt von einer Aussichtsplattform direkt hinunter in die Tiefe, wo die Paläontologen Schicht für Schicht des „schwarzen Goldes“ abtragen.

Diese Informationstafel erklärt die Bedeutung der berühmten Grube 91, in der seit über 100 Jahren Fossilien aus der Eiszeit gefunden werden. Besucher erfahren hier, wie Tiere und Pflanzen im natürlichen Asphalt eingeschlossen wurden und warum die Teergruben bis heute eine der wichtigsten Fossilienfundstellen der Welt sind. Die Tafel verbindet anschaulich Wissenschaft, Geschichte und den einzigartigen Charakter dieses Ortes mitten in Los Angeles.
Es ist beeindruckend zu sehen, wie akribisch jedes noch so kleine Knochenfragment mit Pinseln und kleinen Werkzeugen freigelegt wird. In der Grube 91 wurden bereits Tausende von Fossilien gefunden, und man hat das Gefühl, live dabei zu sein, wenn ein neues Kapitel der Erdgeschichte aufgeschlagen wird.
Besuch im Page Museum
Das George C. Page Museum beherbergt die weltweit größte Sammlung von Fossilien aus der Eiszeit. Der Besuch hier ist die perfekte Ergänzung zum Rundgang im Park, da man hier die fertigen Ergebnisse der Ausgrabungen bestaunen kann.
Im Inneren sieht man prächtige, rekonstruierte Skelette von Mammuts, Säbelzahntigern und Wölfen, die alle zwischen 10.000 und 40.000 Jahre alt sind. Die schiere Größe dieser Tiere aus nächster Nähe zu sehen, lässt einen fast ehrfürchtig werden.
Das Fishbowl Lab: Wissenschaft zum Zuschauen
Ein besonderes Highlight im Museum ist das sogenannte Fishbowl Lab. Es ist ein Labor mit riesigen Glaswänden. Von außen kann man den Forschern direkt bei der Arbeit zusehen. Sie reinigen dort die Knochen vom klebrigen Asphalt. Es ist faszinierend zu sehen, wie vorsichtig sie dabei vorgehen. Selbst kleinste Zähne von Nagetieren werden hier sortiert. Diese Arbeit erfordert viel Geduld. Für uns war es spannend, echte Paläontologen bei ihrem Handwerk zu beobachten.
Es gibt auchein kleines Kino, in welchem man sich in Filmen die Entstehung und Entdeckung der Teergruben ansehen kann.
Ein Paradies für kleine Entdecker
Das absolute Highlight für unseren Enkel war die Möglichkeit, sich für ein kleines Erinnerungsbuch mit Dinosauriern fotografieren zu lassen. Da er ein riesiger Dinofan ist und fast jedes prähistorische Wesen mit Namen kennt, war er in seinem Element. Mit seinen nicht mal vier Jahren ist sein Wissen wirklich erstaunlich!
Nach dem Museum hatten wir noch viel Spaß an den verschiedenen „Steintieren“ wie Bär oder Bison. Diese Skulpturen sind überall im Park verteilt und sind nicht nur tolle Fotomotive, sondern laden Kinder auch dazu ein, die Tiere der Vergangenheit spielerisch zu „begreifen“.
Der Kontrast: Von der Urzeit in die Moderne
Nachdem wir Stunden in der Welt der Mammuts und Säbelzahntiger verbracht hatten, war der Blick zurück auf den Wilshire Boulevard fast ein kleiner Kulturschock. Es ist diese Einzigartigkeit, die Los Angeles ausmacht: Auf der einen Seite die prähistorischen Naturwunder und nur ein paar Kilometer weiter das pulsierende Herz der Stadt.
Wenn ihr nach dieser faszinierenden Zeitreise wieder Lust auf das moderne L.A., beeindruckende Architektur und urbanes Flair bekommen habt, solltet ihr unbedingt auch meinen Bericht über Los Angeles Downtown lesen. Dort findet ihr den perfekten Kontrast zu den blubbernden Teergruben – von glitzernden Wolkenkratzern bis hin zu versteckten kulturellen Schätzen.
Ein unvergesslicher Familienausflug
Die La Brea Tar Pits haben uns und vor allem unseren Enkel absolut begeistert. Es ist einer dieser seltenen Orte, die Bildung, Abenteuer und Entspannung im Freien perfekt miteinander verbinden. Wer denkt, L.A. bestünde nur aus Glitzer und Glamour, wird hier eines Besseren belehrt. Es ist ein Ort der Erdung, der uns zeigt, wie kurz unsere moderne Welt eigentlich existiert. Für uns war es ein Nachmittag voller Staunen und gemeinsamer Familienzeit, den wir jedem Besucher – ob mit oder ohne Kinder – wärmstens ans Herz legen können.
Wissenswertes für deinen Besuch:
- Lage: 5801 Wilshire Blvd, Los Angeles, CA 90036
- Parken: Es gibt einen kostenpflichtigen Parkplatz direkt am Museum.
- Tickets & Zeiten: Alle aktuellen Informationen zu Preisen und Sonderausstellungen findest du direkt bei tarpits.org.
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Einfach der perfekte Ort für Familien – also meine würde ich da sehr gerne mitnehmen. Vielen Dank für den super Tipp! Ich war noch nie dort und habe mir diesen Tipp schon abgespeichert für den nächsten L.A. Aufenthalt.
Liebe Grüße
Nena
Das ist auf jeden Fall ein toller Tipp für alle die sich für Ausgrabungen und Fossilien interessieren. Solche Museen gibt es ja nicht ganz so viele auf der Welt und in der Aufmachung ist mir bisher auch keins bekannt.
Liebe Grüße, Milli
(https://www.millilovesfashion.de)
Hallo Sigrid,
das klingt ja mal spannend. Der Park ist wirklich eine Reise wert! Ich finde sowas nämlich richtig spannend. Danke für die ganzen Eindrücke und den Tipp! Falls ich mal dort in der Nähe sein sollte, besuche ich den Park ganz bestimmt!
Liebst Linni
http://www.linnisleben.de