Big Bear Blizzard: Wohnmobil im Schneesturm
Big Bear Blizzard – Wenn die Berge zu donnern beginnen
Es begann mit einem Wintertag, der eigentlich nach einem friedlichen Familienausflug aussah. Mein Sohn war mit seiner Familie am Big Bear Lake. Die Kinder spielten am Ufer, lachten und warfen kleine Schneebälle ins eiskalte Wasser, während am Horizont bereits die ersten Vorboten eines Unwetters zu erkennen waren. Die dunklen Wolkenformationen wirkten schwer und gedrückt, doch noch schien alles wie ein typischer, rauer Wintertag in den Bergen Kaliforniens. Niemand ahnte in diesem Moment, dass dieser Nachmittag in einem echten Big Bear Blizzard enden würde.
Wie schnell das Wetter in den kalifornischen Bergen umschlagen kann, habe ich auch bei meinem Besuch im Skigebiet Mountain High erlebt.

Das verschneite Ufer des Big Bear Lake kurz vor dem Höhepunkt des Big Bear Blizzard. Der Himmel ist schwer und dunkel, der Wind treibt das Wasser des Sees gegen das winterliche Ufer.
Die trügerische Ruhe vor dem Sturm
Wenn ich heute das Bild betrachte, auf dem mein Sohn am Wasser steht und hinausblickt, wirkt die Szenerie fast schon meditativ. Doch im Nachhinein erkennt man die Warnsignale der Natur. Der Himmel war von einem bleiernen Grau überzogen. Die Wolken jagten schneller über die Gipfel, als es der Wind am Boden vermuten ließ. In der Luft lag eine Schärfe, die nicht mehr nur winterlich war, sondern unangenehm. Mein Sohn erzählte später, dass er noch einen Moment länger am Ufer verweilte, während seine Frau und die Kinder bereits Schutz im Wohnmobil suchten. Er wollte die Lage einschätzen, die Zeichen deuten. War es nur ein kurzer Schneeschauer oder entwickelte sich hier tatsächlich der gefürchtete Big Bear Blizzard?

Kurz vor dem Big Bear Blizzard steht mein Sohn am verschneiten Ufer des Big Bear Lake und beobachtet das zunehmend unruhige Wasser, während sich dunkle Wolken über den Bergen zusammenziehen.
Die Angst im Wohnmobil: Wenn der Wind nicht mehr normal klingt
Die Ruhe verschwand nicht dramatisch, sondern Schritt für Schritt. Der Wind nahm spürbar zu, das Wasser des Sees wurde dunkler und unruhiger, und aus dem leichten Schneefall wurde ein dichter Sturm, der den Schnee quer durch die Luft trieb. Im Wohnmobil fühlte es sich zunächst sicher an, doch dieses Gefühl hielt nicht lange.
Mit jeder stärkeren Böe bewegte sich das Fahrzeug deutlicher. Mein Sohn erzählte später, dass sich das Geräusch ganz anders anhörte als gewöhnlicher Wind. Es klang für ihn wie ein schwerer Zug, der durch die Berge rollt – ein tiefes, anhaltendes Dröhnen, das immer wieder gegen die Außenwände drückte. Es war kein Pfeifen oder Heulen, sondern ein dumpfes Grollen, das den ganzen Wagen vibrieren ließ.

Die Front des Wohnmobils ist vom Schnee bedeckt, während der Big Bear Blizzard am Big Bear Lake mit starkem Wind und dichtem Schneefall über den Campingplatz zieht.
Die Ruhe verschwand nicht dramatisch, sondern Schritt für Schritt. Der Wind nahm spürbar zu, das Wasser des Sees wurde dunkler und unruhiger, und aus dem leichten Schneefall wurde ein dichter Sturm, der den Schnee quer durch die Luft trieb. Im Wohnmobil fühlte es sich zunächst sicher an, doch dieses Gefühl hielt nicht lange.
Mit jeder stärkeren Böe bewegte sich das Fahrzeug deutlicher. Mein Sohn erzählte später, dass sich das Geräusch ganz anders anhörte als gewöhnlicher Wind. Es klang für ihn wie ein schwerer Zug, der durch die Berge rollt – ein tiefes, anhaltendes Dröhnen, das immer wieder gegen die Außenwände drückte. Es war kein Pfeifen oder Heulen, sondern ein dumpfes Grollen, das den ganzen Wagen vibrieren ließ.

Der Blick aus dem Wohnmobil während des Big Bear Blizzard am Big Bear Lake. Schneeflocken und Wasser laufen über die Scheibe, während draußen Bäume im Wind verschwimmen.
Big Bear Blizzard – Das wahre Ausmaß nach dem Sturm
Als der Wind allmählich schwächer wurde, zeigte sich erst das tatsächliche Ausmaß des Sturms. Das Wohnmobil war von dichten Schneeverwehungen umgeben. Vorne reichte der Schnee fast bis zur Windschutzscheibe, seitlich hatten sich hohe Wälle gebildet. In der klaren, eiskalten Luft wurde deutlich, wie stark der Big Bear Blizzard gewütet hatte.
Rund um den Campingplatz lagen abgebrochene Äste im Schnee. Einige der hohen Nadelbäume hatten der Last des nassen Schnees und dem Druck des Windes nicht standgehalten. Stämme waren geknickt, schwere Äste lagen hinter dem Wohnmobil. Als meine Schwiegertochter das sah, wurde ihr noch einmal bewusst, wie nah diese Bäume gestanden hatten. Es hätte auch anders ausgehen können.
Es war sehr kalt. Die Temperaturen lagen deutlich unter dem Gefrierpunkt. Solange die Heizung im Wohnmobil funktionierte, waren sie geschützt. Doch der Gedanke, was passiert wäre, wenn die Heizung ausgefallen wäre, ließ niemanden ganz los. In solchen Momenten wird einem bewusst, wie abhängig man von Technik ist – und wie schnell eine Situation kippen kann.
Winterstürme in Höhenlagen können sich innerhalb kurzer Zeit intensivieren, wie auch der National Weather Service immer wieder warnt.

Als der Wind endlich nachließ, zeigte sich, was der Big Bear Blizzard in wenigen Stunden angerichtet hatte. Rund um den Campingplatz lagen schwere Äste im Schnee, einzelne Bäume waren unter der Last eingeknickt. Hinter dem Wohnmobil lag ein umgestürzter Stamm – ein stiller Beweis dafür, wie nahe die Gefahr gewesen war.
Sichtbare Spuren des Big Bear Blizzard
Da mein Sohn am nächsten Tag wieder zur Arbeit musste, kam langes Warten nicht infrage. Außerdem war nicht abzusehen, wann der Winterdienst nach diesem Chaos durchkommen würde. Also entschied er, selbst aktiv zu werden.
Mit Schaufeln allein war gegen die verdichteten Schneemassen kaum etwas auszurichten. Deshalb nutzte er einen Wasserschlauch des Campingplatzes. Das Leitungswasser war einige Grad wärmer als der gefrorene Schnee und half, die harte Oberfläche aufzubrechen.
Fünf Stunden arbeitete er draußen in der Kälte. Es war kein dramatischer Kraftakt, sondern konzentrierte, anstrengende Arbeit. Schaufeln, Wasser laufen lassen, erneut schaufeln. Zentimeter für Zentimeter entstand ein schmaler Fahrweg vor den Reifen.
Das größte Problem war, dass das Wasser hinter dem Fahrzeug rasch wieder gefror. Er musste also zügig und überlegt arbeiten, damit das Wohnmobil später genügend Halt hatte und nicht auf einer glatten Eisschicht ins Rutschen geriet
Die Heimfahrt nach dem Big Bear Blizzard
Als sich das Wohnmobil schließlich langsam in Bewegung setzte, war es vor allem Erleichterung. Kein Jubel, kein Triumph – nur Konzentration. Die Fahrt vom Berg hinunter verlangte noch einmal volle Aufmerksamkeit. Überall waren die Spuren des Sturms sichtbar: abgebrochene Äste, geknickte Bäume, Schneewälle am Straßenrand. Der Big Bear Blizzard hatte deutliche Zeichen hinterlassen.
Die Straßen waren teilweise geräumt, doch an vielen Stellen lagen noch Schnee und Eis. Mein Sohn fuhr vorsichtig, bedacht auf jede Bewegung des Fahrzeugs. Nach den Stunden im Sturm fühlte sich selbst die langsamste Fahrt bergab wie ein kleiner Fortschritt an.
Ich selbst habe alles nur aus der Ferne miterlebt. Als Mutter denkt man in solchen Momenten nicht in dramatischen Bildern, sondern ganz schlicht: Hoffentlich kommen sie sicher nach Hause. Und genau das haben sie.
Rückblickend war es trotz allem auch ein Abenteuer – eines, das Respekt einflößt. Die Natur in den Bergen rund um den Big Bear Lake ist wunderschön, aber sie zeigt auch ihre Kraft, wenn man sie unterschätzt. Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Faszination und Demut, die solche Erlebnisse unvergesslich macht.
Am Ende bleibt Dankbarkeit dafür, dass alle gesund geblieben sind – und die Gewissheit, dass man solche Momente nie ganz vergisst.
Manchmal sind es genau diese Tage, die man nie geplant hätte – und die man trotzdem nie vergisst.
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